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Matinée unserer Lehrkraft Herr Uchimoto!icon.crdate09.12.2025
Virtuosität!
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Virtuosität!
Virtuosität!
Das Programm der Matinee bot eine reizvolle Kombination aus klassischen Werkelementen und zeitgenössischer Impulsivität.
Den Auftakt bildeten Heitor Villa-Lobos Prélude Nr. 1 sowie die Études Nr. 1, 11 und 12. Diese Stücke boten eine klare, impulsive Marschrichtung mit prägnanten kontrapunktischen Linien und markanten Klangfarben, die den Zuhörerinnen und Zuhörern einen intensiven Einstieg in den Vormittag ermöglichten. Die interpretatorische Herangehensweise legte den Fokus auf präzise Artikulation und eine überzeugende melodische Linie, wodurch sich die innere Logik der Exkursionen in den Étuden gut nachvollziehen ließ.
An der Akustikgitarrist gab Herr Uchimoto den Stücken eine besondere Resonanz, indem er den Klangraum der Gitarre geschickt nutzte und die Farbtöne der Saitenreinheit kraftvoll hörbar machte.
Französische und spanische Sonorität prägten den nächsten Programmpunkt: Francisco Tárrega mit Adelita, Lágrima und Recuerdos de la Alhambra.
Hier zeigte der Künstler ein sensibles Gespür für spanische Klangästhetik, insbesondere in Lágrima, wo Melancholie und Wärme dicht nebeneinanderstanden. Recuerdos de la Alhambra demandierte eine feine Koordination der Tremolo-Technik und erzeugte eine schimmernde, fast träumerische Textur, die die Akzente klar im Raum positionierte. Adelita präsentierte sich als eine passende lyrische Brücke zwischen den beschwingten Étuden und dem späteren impulsiven Turina-Werk. Die gitarrebene Klangführung verstärkte die Intimität dieser Stücke.
Der Übergang zu Joaquín Turina mit der Sevillana op. 29 verlieh dem Programm eine lebendige, rhythmisch betonte Note. Die Suite-ähnliche Struktur und die idiomatischen Merkmale der Sevillana brachten temperamentvolle Farben ins Spiel, während Uchimoto mit Nuancen in Dynamik und Phrasierung Orientierungshilfe gab und so den tänzerischen Charakter wirkungsvoll in Szene setzte. Die Akustikgitarre unterstrich die rhythmischen Akzente und verlieh dem Ganzen einen feinen, frühen Flamenco-Hauch.
Wiederkehrende Villa-Lobos-Momente zeigte das Publikum erneut mit Gavotte-Choro: Ein Stück, das brasilianische Rhythmik mit klassischer Form verbindet. Die Mischung aus barocker Form-Referenz und tropischer Pulsation erzeugte eine interessante Hybridität, der Uchimoto materialtreu und zugleich frisch begegnete. Die Balance zwischen Groove und kontemplativer Intimität gelang bemerkenswert – der warme, offene Gitarrenklang trug erheblich zu dieser Wirkung bei.
Den Abschluss bildete Nobuhiro Uchimoto mit Ungleiche Pulsation, einem zeitgenössischen Werk, das durch asymmetrische Pulsationen und klangliche Offenheit besticht. Uchimoto brachte die gegensätzlichen Pulsationen klanglich deutlich erfahrbar auf den Punkt, sodass das Stück als Schlussakkord des Vormittags deutlich nachhallte und das Publikum mit einer Reflexion über Zeit- und Klangstrukturen entließ. Die Gitarrentechniken unterstützten die Öffnung der Rhythmen und ließen das Stück in einer klaren, texturierten Weise ausklingen.
Roland Dyens’ Fuoco aus Libra Sonatine fungierte als temperamentvoller Abschluss. Die jugendliche Energie, die klare Verseifung der Phrasen und der dramatische Bogen ermutigten das Publikum, den Vormittag mit erhöhter Intensität zu verlassen. Uchimoto zeigte hier eine souveräne Beherrschung der Stilgrenzen zwischen zeitgenössischer Klaviermusik und romantisch-virtuoser Klangeinheit, was den Gesamtrhythmus der Matinee stimmig abrundete. Die Akustikgitarre verlieh diesem Finale zusätzlichen Druck, indem sie die Dynamik gezielt verdichtete.
Insgesamt präsentierte sich die Matinee als eine Reise durch Stilrichtungen und Epochen: von brasilianisch-brillanten Préludes über spanische Melancholie bis hin zu zeitgenössischer Pulsationskunst und einem mitreißenden Finale. Herr Uchimoto überzeugte durch feine Differenzierung in Artikulation, Rhythmus und Klangfarbe sowie durch eine kohärente Dramaturgie, die die einzelnen Werke zu einer sinnvollen Folge verschmolz.
Das Publikum zeigte sich begeistert und verließ den Saal nicht ohne eine Zugabe.






